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Tales of a journey …

December 21st, 2009 Leave a comment Go to comments

Weihnachten … die gemütlich Zeit der Besinnung .. der Ruhe und Entspannung…

So sollte es an sich sein, fängt aber bei den meisten nicht so an.
Auch bei mir konnte es nicht anders sein. Immerhin war es wieder an der Zeit eine Reise anzutreten und immer wenn ich auf meinem Blog von einer Reise berichte kann ich eine lustig verkorkste Geschichte erzählen. So auch dieses mal.

Alles fing an, an einem verschneiten schönen Morgen in Rotterdam. Es war kalt aber da wir alle bei warmen Kaffee drinnen saßen und dem Schnee beim fallen zuschauen konnten, war es nicht so schlimm. Mein Chef erzählte im Morgenmeeting, dass viele der Mitarbeiter früher in den ersehnten Weihnachtsurlaub fahren können, dafür aber alle bis auf die Trainees früher wiederkommen sollten.

Da es vorraussichtlich auch zwischen den Jahren nichts zu tun gibt, alle aber nur auf verdacht wiederkommen sollten, dachte ich mir … ne nicht mit mir. Ich habe gerade meine Zulassung für den Master Studiengang bekommen, da verbiege ich mich nicht mehr als unbedingt nötig für meinen Job.

Also habe ich kurzerhand entschlossen schon am Samstag meine Reise nach Weyhe anzutreten und nicht erst am 23. abends.
Meine Ma hatte sich angeboten mich vom Hauptbahnhof abzuholen. Alles was ich schaffen musste war es innerhalb eines Tages mit dem Zug und all meinem Gepäck von Rotterdam nach Bremen zu kommen.
Klingt nach einem Lösbaren Problem? Dann lest bitte selber…

Morgens aufgestanden und all meine Sachen fertig gepackt bin ich dann um 12 Uhr aus dem Hotel raus, später ging leider nicht. Mein erster Zug von Rotterdam nach Amersfoort sollte zwar erst um 14:35 gehen, aber ich dachte die Zeit dazwischen kann man gut in meinem Lieblings Coffee Shop um die Ecke verbringen. Als ich morgens dort ankam lächelte die Bedienung schon, machte mir ohne weiter zu fragen einen großen Americano und wünschte ein frohes Fest.
Ich war eindeutig schon zu oft in diesem Laden, aber  solch ein Service ist auch unschlagbar.  Ich saß dann direkt unten am Fenster surfte etwas mit dem kostenlosen Wifi und schaute den Leuten vor dem Fenster zu, wie sie Hektisch durch die Straßen von Rotterdam rannten.

Nach einer weile beschloss ich dann mich in Richtung Rotterdam Centraal aufzumachen. Von einem Hauptbahnhof in der zweitgrößten Stadt der Niederlande kann man ja erwarten ein warmes Plätzchen zu finden. Leider weit gefehlt. Ich saß dort noch in einem anderen Laden und hab einen kleinen Kaffee getrunken, frierte mir aber schon die Füße langsam ab.
Da ich sowieso schon frierte, hab ich mich dann einfach schon mal ans Gleis gestellt.  Dort stehend bot mir irgendwann ein Mädel den Rest ihrer Pommes an. Ich schien wohl recht hungrig auszusehen oder so.  Da sie besser Deutsch als Englisch sprach, haben wir uns ein wenig unterhalten über dieses und jenes. Sie verpasste dann auch prompt ihren Zug und erwähnte dann nur noch das Ihre blonde Haarfarbe einen Grund hat (es war an diesem Tag schon das zweite mal).

Gott sei dank hatte sie Ihren verpasst, denn so konnte sie mir beim übersetzten der Bahnhofansage helfen.
Mein Zug von Rotterdam nach Amersfoort fällt wegen des Wetters aus.. Ich muß nun erst nach Utrecht und dort mit einem anderen Zug weiter.
And the journey beginns…

Ich also mit 20 Minuten Verspätung auf dem Weg nach Utrecht. Hatte mich vorher noch nett bei dem Mädel verabschiedet und meiner Ma gesagt sie brauche nicht wie geplant in Bremen auf mich warten.

In Utrecht ging dann alles erstaunlich Problemlos. Ich kam an, fragte jemanden nach dem Anschlusszug, stellte mich auf das Gleis, stieg ein und die Reise ging weiter.
*wow* Es war wieder Hoffnung da.

Aber es wäre ja auch langweilig wenn es dabei geblieben wäre. Als ich dann in Amersfoort ankam und im Ticketschalter nach meiner nächsten Reiseverbindung nachfragen wollte wunderte ich mich schon, warum ausgerechnet die linke Schlange in der ich Stand so lange brauchte. Nach 20 Minuten warten stand ich dann ganz vorne (die anderen hatten aufgegeben) und fragte dem etwas verwirrt aussehenden Jungen warum die Dame hinterm Schalter soviel Telefonierte und vergebens versuchte weiter zu helfen.

Es stellte sich raus. Er kam aus Rotterdam und wollte nach Hamburg. Exakt die gleichen Zugverbindungen wie meine, nur das er etwas länger im letzten Zug sitzen bleiben sollte. Allerdings gab es anscheinend Probleme mit seinem gekauften Ticket das die Dame hinter dem Schalter zu Lösen versuchte.
Wir redeten noch ein wenig, er kommt eigentlich aus Brazilien und ist nur als Erasmus Student in Rotterdam. Wollte “nur” für ein paar Tage “eben schnell” einen Freund in Hamburg besuchen.  Daraus wurde dann wohl nichts.

Wir warteten dann zusammen auf den Zug der zwei Stunden später endlich nach Bad Bentheim gehen sollte. Fataler Fehler…
Dieser Zug hatte wegen Polizeilicher Maßnahmen “leichter Verspätung”. Es wurden immer wieder ein paar Minuten mehr und als ich so auf dem Gleis stand um mich mit einer netten Dame aus Leipzig zu Unterhalten, die gerade im Urlaub war und am Montag wieder arbeiten musste, kam dann der Schock. +1 uur 15 war auf der Anzeige zu lesen.

Damit wurde ich Offiziell etwas nervös und war nicht mehr sicher ob ich an diesem Tag überhaupt noch nach Bremen kommen könnte.
Wir tranken also erstmal einen Kaffee um uns irgendwie aufzuwärmen und warteten weiter… und weiter … und weiter …
Mein Kollege der nach Hamburg wollte ist mittlerweile schon über Enschede -> Münster -> Hamburg weiter gefahren, da zu spät war und  meine Zugverbindung nicht mehr soweit gehen würde.

Der Zug nach Bad Bentheim wurde dann auch immer wieder einmal angezeigt, wieder gelöscht … ein anderer Zug fuhr ein .. und unserer wurde kurz angezeigt. Aber auch nach 2h Verspätung stand da noch 1h 15 Minuten.
Es gesellte sich jemand zu uns, der nach Berlin wollte und erzählte uns das jeder zweite Zug in Holland ausfällt und es Momentan das reinste Chaos ist. (Nicht das wir das nicht langsam selber schon bemerkt haben, aber wenn es etwas gibt womit man Leute kennen lernen kann,  ist es das gemeinsame Meckern über die Bahn)

Ich konnte meine Füße langsam schon nicht mehr spüren uns als ich am Ticketschalter nochmal nachfragte, wann den der Zug vorraussichtlich kommen würde, ertöne schallendes Gelächter. So was macht Mut … also fragte ich nach Verbindungen über Enschede um irgendwie nach Münster zu kommen und von da weiter oder irgendwas das mir über die Grenze hilft.
Sie meinte ich würde damit kein Glück haben aber in ein paar Minuten geht ein Zug nach Enschede.
Also habe ich mich von meiner netten Gesellschaft auf dem Gleis verabschiedet (sie zogen es vor zu warten) und bin wieder in den Süden gefahren.

Unterwegs hatte mich meine Schwester schon mal angerufen, wollte einmal wissen wo ich den mittlerweile stecke und ob ich es noch schaffe. Mit ihrer Hilfe gelang es mir dann wenigstens noch eine Verbindung bis nach Köln zu bekommen. Nicht ganz die Richtung in die ich wollte. Aber wenigstens musste ich die Nacht nicht draußen verbringen und konnte am nächsten Tag mit ihr wieder nach Bremen fahren.

In Enschede angekommen, war zwar der Ticketschalter mittlerweile geschlossen .. aber Gott sei Dank der Burger King noch offen. Nie war ich so glücklich über einen Doppel Cheeseburger wie in jener Nacht. Es klappte dann auch recht unkompliziert mich in den Zug nach Münster zu setzten. Endlich auch mal ein Zug der richtig beheizt wurde und nahezu ohne Verspätung sein Ziel erreichte.
Ich wusste dann auch das ich in der nächsten großen Deutschen Weltstadt ankam, als in Ochtrup die HSDPA Lampe meines UMTS-Sticks aufblinkte. Endlich wieder zurück in der Zivilisation! Da die Stromversorgung in Ochtrup noch vorhanden zu sein schien, konnte das Wetter auch noch nicht so schlecht sein.

Es gab allerdings schon Vorwarnung von meiner Schwester und der Schaffnerin im Zug, das mein nächster Zug wieder 25 Minuten Verspätung hat.  Wenigstens konnten wir noch lachen und es waren lustige Geschichten der reisenden dort.

In Münster angekommen, brauchte ich erstmal einen Kaffee. Aber weit gefehlt. Um Nachtschlafende Zeit gibt es so was nicht mehr. Aber ein Becks ist das nächstbeste nach diesem Tag immerhin war die Glühweinbude schon dicht so dicht wie viele der Weihnachtsmarkt Besucher die noch auf dem Bahnhof zu finden waren.
Beim bezahlen  in diesem klitzekleinen Kiosk hatte ich noch schnell zwei Jungs vorgelassen die es eilig hatten ihren Zug bis nach Osnabrück zu erreichen. Als Dankeschön haben sie mein Bier gleich mal mit bezahlt. Ein frohes Fest und nen guten rutsch später, entschwanden sie dann auch schnell wieder.

Die Weihnachtszeit in Deutschland, da findet man noch kleine nette Gesten, die das Leben schöner machen. So klein sie auch seien Mögen. Meine Laune war auch wieder gestiegen, immerhin wusste ich das ich “ein Ziel” heute noch erreichen würde. Auch wenn Köln nicht ganz die angepeilte Richtung war und meine Schwester sowie mein Paps gerne schlafen wollten anstatt auf mich zu warten. Die Tatsache das sie sich mit “Das Supertalent” wachhalten konnten, war auch eher eine Strafe als ein Ersatz.

Aber leider war meine Reise noch nicht ganz zu ende. Mein Zug nach Kölle hatte mittlerweile 35 Minuten Verspätung als er dann in Münster ankam. aber wenigstens fuhr er.
Ich erreichte so um kurz nach 1 Uhr den Köllner Hauptbahnhof dank Taxi dann um kurz vor halb 1 die Wohnung meiner Schwester und schlief keine 5 Minuten später Seelig ein.
6 Stunden später als erhofft und ein “paar” Kilometer zu  weit im Süden war der Tag damit beendet.

Der nächste Tag verlief dann etwas besser. Nach einem ausgiebigen Frühstück verließen wir drei Kölle und begaben uns auf die Rutschpartie der A1.
Wir sahen BMW Fahrer quer sich die Berge hochschieben, Leute mit Sommerreifen die mehr rutschten als fuhren und liegengebliebene Laster.
Aber wir wollten ja nach Hause. Also ist meine Schwester einfach weitergefahren und trotzte dem Wetter. Somit konnten wir jedem Unfall mit etwas Glück aus dem Weg gehen und sind dann abends unbeschadet zu hause angekommen.

Kaffee und selbstgebackene Kekse. Die Kerzen für den vierten Advent und das lodernde Feuer des Kamins.
Ein Weihnachtssonntag wie man sich ihn wünscht.

Mein Urlaub kann nun beginnen …

Am 2 Januar geht die Reise wieder zurück nach Rotterdam…
Stay tuned…

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